Autor Thema: Geschichtliches: Die Schlacht bei Lackenbach  (Gelesen 2256 mal)

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Offline micky

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Geschichtliches: Die Schlacht bei Lackenbach
« am: 28. Februar 2007, 11:02:51 »
Die Schlacht bei Lackenbach:

Nicolaus Esterhazy


1620 wurde Lackenbach Schauplatz einer Schlacht zwischen den bedrängten Truppen des kaisertreuen Nicolaus Esterhazy und den aufständischen Ungarn des siebenbürger Fürsten Gabor Bethlen. In dieser Zeit musste die Bevölkerung bei der Belagerung der Wasserburg sicherlich einen hohen Blutzoll entrichten.

Gabor Bethlen (1580-1629)


Gabor Bethlen, der seit 1613 Fürst von Siebenbürgen war, wollte König von Ungarn werden. Er verbündete sich mit den aufrührerischen Böhmen und zog im Herbst 1619 gegen Kaiser Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II.


Kaiser Ferdinand II. war der einzige Adelige Ungarns, der dem Kaiser die Treue hielt. Er wurde im September 1620 durch einen Vorstoß der aufständischen Truppen überrascht und und mit seinen Getreuen auf dem Schloss Lackenbach von rund 6500 Mann eingeschlossen und zur Übergabe aufgefordert.

Heinrich Dampierre


Durch geschicktes taktieren konnte die Übergabe so lange verzögert werden, bis der kaiserliche General, Oberbefehlshaber Heinrich Dampierre, im letzten Moment in Lackenbach eintraf. Obwohl sie den rebellischen Truppen zahlenmäßig weit unterlegen waren - Dampierre hatte nur 700 Reiter, 400 Kosaken und 300 Musketiere sowie die tatkräftige Unterstützung der Neckenmarkter Bauern - gelang es den Kaisertreuen durch ein kluges strategisches Vorgehen den Belagerungsring zu sprengen.

Dampierre rückte mit seinen Truppen unbemerkt vor und als der Feind angriff richteten seine Musketiere großen Schaden an. Der Anführer der Belagerer, Matthias Tarrody verlor im Kampf sein Leben und mit ihm blieben wenigstens 1200 Mann der Bethlenschen Truppen auf dem Schlachtfeld. Vierzehn Flaggen fielen den Siegern als Beutestücke in die Hände. Durch diesen Sieg und Loyalität zu den Habsburgern stand dem Aufstieg der Esterhazy zur ersten Adelsfamilie Ungarns nichts mehr im Wege.

Das berühmte "Neckenmarkter Fahnenschwingen" steht mit diesen militärischen Ereignissen in unmittelbaren Zusammenhang.

Nach dem Abzug der Kuruzzen (Kreuzträger) im Jahre 1708 war der west ungarische Raum von feindlichen Streitkräften verschont geblieben.

Napoleon Bonaparte


Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde jedoch unser Gebiet Durch die Expansionsbestrebungen Napoleon I. abermals in Mitleidenschaft gezogen.Ein napoleonisches Husarenregiment war damals in Lackenbach stationiert. Die Offiziere die im Schloss Quartier bezogen dürften des öfteren feuchtfröhliche Feste gefeiert haben, was aus Verzeichnissen des damaligen Verwalters hervorgeht. Neben Aufzeichnungen über angerichtete Schäden scheint der Wein stets als größter Posten der Verpflegung auf.

Gegen Ende des Jahres 1809 verließen die letzten Invasionstruppen unser Gebiet.

In der Folgezeit war das Schicksal Lackenbach in historische Ereignisse eingebunden, die den gesamten Raum des damaligen Westungarn betrafen.
« Letzte Änderung: 28. Februar 2007, 13:09:37 von micky »
lg micky