Gorbonuk (Gaberlig) – einst ein südlicher Nachbarort von Lackenbach – eine Wüstung
Im Jahre 1222 schenkte der ungarische König Andreas II. Seinem Gespan Posa die Besitzungen Weppersdorf (Wepur) und Lackenbach (minor Louku).
In der in lateinischer Sprache abgefassten Schenkungsurkunde wird bei der Grenzbeschreibung der Lackenbacher Besitzung als Nachbarort eine terra villa Gorbonuk – Dorf Gaberling genannt.
Gleichzeitig wird der Gorbonuk potok – der Gaberlingbach erwähnt, der noch heute diesen Namen trägt.
Am 17. Oktober 1301 beurkundet das Kapitel von Raab, dass die Edlen von Gaberling wegen Armut gezwungen sind, ihren ganzen Erbbesitz in Gaberling an Paul Lorenz und Nikolaus von Mattersdorf auf 15 Jahre zu verpfänden.
1368 scheint noch ein Stephan, Sohn des Nikolaus de Gorbonuk, urkundlich als Zeuge auf.
In einer am 9. Juni 1425 ausgestellten Urkunde wird Gaberling (Gorbonuk) als ödeliegendes Prädium, zur Herrschaft Landsee gehörig, bezeichnet.
Der Ort muss demnach zwischen 1368 und 1425 verödet, zu Wüstung geworden sein.
Die Lage der von Kleinadeligen bewohnten Siedlung wird von verschiedenen Historikern in der Siedlungsreihe M. St. Martin – Gaberling – Unterfrauenhaid angenommen.
An diese Siedlungen erinnern heute noch die Flurnamen Gabelingäcker und Gaberlingwald.
Ein Gebäude, das ursprünglich in herrschaftlichen Besitz war und für Jagdzwecke verwendet wurde, später aber, noch vor 1750, bis in unsere Zeit als Wasenmeisteriei diente (Waldwasinger) und das so genannte „Schlangenkreuz“ (eine Marienstatue aus dem Jahre 1678) in unmittelbarer Nähe, dürften weitere Hinweise auf die untergegangenen Siedlungen sein.
Der für die Wüstenforschung zuständige Universitätsprofessor Dr. Kurt Bors aus Wien untersuchte 1991 den ca. 2 km südlich von Lackenbach am Gaberlingbach gelegenen Ortsplatz, bei dem es sich mit ziemlicher Sicherheit um die urkundlich belegte Siedlung Gaberling handelt.
Die Keramikscherben, die von Prof. Bors in größere Zahl gefunden wurden, stammen aus dem späten Mittelalter, hauptsächlich aus dem 14. Jahrhundert. Auch urzeitliche Keramik fand sich in geringer Menge.
Auszug aus der Festschrift 120 Jahre:
Freiwillige Feuerwehr Lackenbach
1874 – 1994
(Verfasse dieser Festschrift Fraller Josef und Theresia, geb. Ruisz )