Autor Thema: Geschichtliches: Lackenbach-Sitz einer Grundherrschaft  (Gelesen 1947 mal)

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Offline micky

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Geschichtliches: Lackenbach-Sitz einer Grundherrschaft
« am: 05. Februar 2007, 10:53:34 »
Lackenbach – Sitz einer Grundherrschaft

Lackenbach wird erstmals 1222 in einer Schenkungsurkunde genannt, die im Original im ungarischen Staatsarchiv in Budapest erhalten ist.

Noch im 13. Jahrhundert kam Lackenbach an die Familie ATHINAI, die den Ort der Burgherrschaft Landsee anschloss.

Als sich herausstellte, dass eine rationelle Verwaltung der großen Herrschaft von der entlegenen Burg Landsee aus nicht zu bewältigen war, erbaute der damalige Grundherr von Landsee, Ritter Erasmus Teuffl, im zentral gelegenen Lackenbach zwischen 1548 und 1552 ein Schloss in der Art einer Festung, das unter seinem Nachfolger, dem Graner Erzbischof Nicolaus Olah, und später unter Nicolaus Esterhazy durch italienische Baumeister ausgebaut wurde. Der Schwerpunkt der Herrschaft, die nun an Landsee-Lackenbach genannt wurde, verlagerte sich immer mehr von Landsee nach Lackenbach.
Als 1612 Nicolaus Esterhazy Olahs Nichte, die reiche Witwe des Kaschauer Stadthauptmannes Franz Magoczy, Ursula Dersffy, heiratete, kam er in den Besitz dieser Herrschaft.

1620 wurde Lackenbach Schauplatz einer Schlacht zwischen den bedrängten Truppen des kaisertreuen Nicolaus Esterhazy und den aufständischen Ungarn des Siebenbürger Fürsten Gabor Bethlen.
Durch das Eingreifen des kaiserlichen Generals Dampiere konnte der Belagerungsring um das Schloss gesprengt werden.

An das Ereignis erinnern ein von Nicolaus Esterhazy 1623 dem gefallenen Unterführer der Bethlentruppen, Mathias Tarody, gesetzter Steinepitaph, in Lackenbach  und ein farbenprächtiger Volksbrauch, das „ Neckenmarkter Fahnenschwingen “.

Durch die endgültige Verlegung des Herrschafts- und auch des Landesgerichtssitzes nach Lackenbach und die Ansiedlung einer Judengemeinde unter Esterhazys entwickelte sich der Ort zu einem lokalem Handels- und Gewerbezentrum.

Nach einem Brand im Jahre 1806 wurde das Schloss nicht mehr vollständig wiederhergestellt. Heute fehlen der rechte Flügel, die Kapelle im Hof und der Turm über dem Eingang.


Aus der Festschrift
120 Jahre FFL- Lackenbach
« Letzte Änderung: 05. Februar 2007, 11:30:31 von micky »
lg micky